Schwabe

Catharina van Hemessen - Malerin der Renaissance


Marguerite Droz-Emmert
Catharina van Hemessen - Malerin der Renaissance
2004. 196 Seiten, 38 Abbildungen, davon 8 in Farbe. Gebunden.
sFr. 38.- / € (D) 38.- / € (A) 39.50
ISBN 978-3-7965-2095-2
Kein Nachdruck

Catharina van Hemessen (1527/28-um 1583) ist die erste flämische Künstlerin, von der uns signierte und datierte Gemälde überliefert sind. Ihr in mindestens drei Varianten erhaltenes Selbstbildnis aus dem Jahre 1548 ist das früheste bekannte Gemälde, in dem sich eine Künstlerin oder ein Künstler an der Staffelei arbeitend und am eigenen Bildnis malend darstellt, und vermag uns Aufschluss zu geben über die junge Frau selbst wie auch über ihren Anspruch als Malerin. Insofern scheint es gerechtfertigt, das kleine Werk in den Mittelpunkt der vorliegenden Untersuchung zu rücken.

Leider haben sich nur wenige Quellen zur Biographie Catharina van Hemessens erhalten, so dass manches im dunkeln bleibt. Die Ausbildungsmöglichkeiten einer jungen Frau und Malerin in der Zeit der Renaissance werden erörtert. Auch lassen sich die Arbeitsbedingungen der Kunstschaffenden im Antwerpen des 16. Jahrhunderts und die Beziehungen zwischen Flandern und Italien ein Stück weit rekonstruieren. Schliesslich wird der Stellung einer Malerin als ‹Hofdame› am Habsburgerhof nachgegangen und damit der Frage, ob Catharina van Hemessen als ‹Hofmalerin› unter Königin Maria von Ungarn tätig war.

Das Selbstbildnis - eine signierte und 1548 datierte Fassung befindet sich im Kunstmuseum Basel - wird im Zusammenhang mit Vorbildern sowie mit ausgewählten Beispielen aus der deutschen, niederländischen und italienischen Porträtmalerei jener Zeit thematisiert. Im Vergleich mit dem Kölner Bildnis einer jungen Frau am Virginal wird es unter dem Gesichtspunkt der Schwesternkünste Malerei und Musik analysiert. Ein Blick auf die weiteren uns bekannten Bilder Catharina van Hemessens macht die Entwicklung in ihrem Werk deutlich.

Ohne die künstlerischen Verdienste der Malerin aus Antwerpen zu überschätzen, bleibt zu betonen, dass ihr kleines Œuvre einen bedeutenden Platz in der (flämischen) Kunst des 16. Jahrhunderts beanspruchen darf. Ihre Werke sind als innovative und für die Zeit recht kühne Bildfindungen zu bezeichnen. In ihrem Selbstbildnis stellt sich van Hemessen in der von einer jungen Frau erwarteten sittsamen Feinfühligkeit dar - con quella discreta modestia, in diskreter Bescheidenheit und Zurückhaltung, wie von Baldassare Castiglione in seinem Buch «Il Cortegiano» (Der Hofmann, 1528) gefordert. Dennoch ist sie sich ihrer aussergewöhnlichen Stellung als weiblicher Künstler bewusst, wie nicht zuletzt aus der Inschrift ihres Selbstporträts hervorgeht: «EGO CATERINA DE HEMESSEN ME PINXI 1548 ETATIS SVAE 20» - Ich, Catharina van Hemessen, habe mich selbst gemalt, 1548, im Alter von 20 Jahren. Eine Inschrift, in der eine zusätzlich Bedeutung mitzuklingen scheint: Ich, Catharina van Hemessen, werde der Nachwelt in Erinnerung bleiben. 

Die Autorin:

Die Kunsthistorikerin Marguerite Droz-Emmert studierte in Basel und Edinburgh und promovierte mit einer Arbeit über Allan Ramsay, schottischer Porträtmaler des 18. Jahrhunderts. Ihr Hauptinteresse gilt der niederländischen und britischen Kunst.  

Zu diesem Titel ist kein Pressestimmentext verfügbar.

Warenkorb leer